Gedanken

Wie Perfektionismus einem im Wege stehen kann

26. Mai 2017

Lieber Leser

Immer alles perfekt machen zu wollen klingt im ersten Moment nach etwas ziemlich Erstrebenswertem. Doch der Hang zum Perfektionismus kann uns auch ganz schön im Wege stehen. Wie das?

Das kann ich dir ganz gut an mir beim Schreiben dieses Beitrags aufzeigen: Ich möchte, dass du diesen Beitrag liest und ganz viel für dich selbst mitnehmen kannst. Dass du am Ende froh bist, deine Zeit in das Lesen dieses Beitrages investiert zu haben. Dadurch feile ich an jeder Zeile, jedem Wort, jeder Formulierung. Ich recherchiere zum Thema und überlege mir, wie ich einen gut strukturierten Text mit spannendem Inhalt zaubern kann.

Irgendwann merke ich, dass ich gar nicht weiss was ich dir mitgeben soll. Dass doch sowieso alles schon einmal geschrieben wurde. Bestimmt besser aufgezeigt und schöner dargestellt. Und beginne zu zweifeln. Weshalb sollte mein Text überhaupt entstehen? Weshalb einen Platz auf diesem Blog kriegen?

Und dann breche ich ab.
Höre auf zu schreiben.
Will deine Zeit nicht unnötig beanspruchen.

Das Resultat ist, dass auf diesem Blog kaum mehr Beiträge erscheinen. Dass ich mir durch meinen Qualitätsanspruch selbst im Wege stehe.

Und dann fühle ich mich schlecht.
Weil ich das doch eigentlich gerne mache.

Das ist mein Perfektionismus und er steht mir im Weg.

Perfektionismus

Es ist klar, dass wir uns mit Fleiss, Einsatz und Qualitätsarbeit weiterbringen können. Das wir nur mit diesen uns weiterentwickeln. Natürlich möchte zum Beispiel ein Arbeitgeber einen gewissen Grad an Perfektionismus sehen.

In den Köpfen: Der Anspruch, eine Aufgabe perfekt auszuführen kann ja gar nicht schlecht sein.

Aber doch, er kann es.

Perfektionismus kann blockieren, dazu führen, dass wir nie mit uns selbst zufrieden sind. Uns nicht in unserer Haut wohl fühlen, unseren Lebensstil, unsere Arbeit unser Konsumverhalten uns nicht zufriedenstellt. 

Es gibt eben offensichtlich einen Punkt, wo es einem zu blockieren beginnt. Wenn nichts was man schafft am Ende ohne Zweifel ist, macht man irgendwann nichts mehr. Man gibt vielleicht den Veganismus auf, weil man es ja doch nicht perfekt hinkriegt. Man führt eine Arbeit nicht aus, weil sie ja doch nicht gut genug wird. Man gibt auf, weil es demotivierend ist, selbst wenig von den eigenen Ausführungen zu halten. Und das ist der Punkt, an welchem man sich mal eben damit befassen muss. Perfektionismus führt zu Anspannung und Unruhe, zu einer tiefen Unzufriedenheit. Und das wollen wir ja nun wirklich nicht! Weil eins ist klar: Etwas gut machen können wir nur, wenn wir es üben. Wenn wir an uns arbeiten und dazulernen.


Vielleicht geht es dir ja gleich? Vielleicht brichst du Aufgaben ab, weil du denkst, dass das Resultat sowieso nicht gut genug ist?
Vielleicht bist du selten bis nie zufrieden mit etwas, was du geleistet hast?

Stattdessen: Bestmöglich

Statt Aufgaben perfekt zu lösen und den Anspruch nach einem vollkommenen Resultat zu haben sollten wir diese Idee begraben und uns darauf fokussieren etwas Bestmöglich zu machen. Bestmöglich für unser Können und unseren aktuellen Wissensstand. 

Und einfach machen. Und dabei dazu lernen. Um es das nächste Mal besser hinzukriegen. 

Dieser Text ist alles andere als perfekt. Es fällt mir schwer eine klare Aussage zu finden. Aber ich in einer gewissen Weise versuche ich zu zeigen, dass du nicht alleine bist wenn du immer alles perfekt ausführen möchtest. Vielleicht verhelfe ich dir zu etwas Selbstreflexion?

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