Gedanken Unterwegs

Weshalb gehen Menschen campieren?

24. Juli 2016

Wir sitzen in den geliehenen Campingstühlen und beobachten unsere Nachbarn. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und es sind viele neue Menschen angereist.

Weshalb packen Menschen ihr Auto mit dem nötigsten (und teilweise unnötigsten) und verschwinden für ein paar Tage? Am Camping angekommen lebt man auf engstem Raum mit Fremden zusammen. Menschen, die man sich nicht aussuchen kann. Vielleicht würde ich mich im Zug nie neben den Herrn mit dem grossen Zelt und Laptop setzen oder mit den gleichaltrigen Typen mit schlechten Musikgeschmack ein Wort wechseln. Für einige Tage schliesst man Bekanntschaften mit anderen Menschen. Liegt darin der Reiz des Campens?

Man fährt weg, das Auto voll. Vom Kochgeschirr bis zur Unterhose muss alles mit. Es ist ein Stress, an alles zu denken. Die einen Camper sind minimalistisch unterwegs. Andere bauen ganze Zeltstädte mit voll ausgestatteter Küche und allen möglichen Gadgets auf dem Vorplatz. Worin liegt der Reiz, Hab und Gut einzupacken und wegzufahren? Natürlich, wir verlegen unser Zuhause um etwas anderes entdecken und erleben zu können. Aber warum geniessen wir nicht zu freien Zeiten das eigene Zuhause? Ist es der fehlende Tapetenwechsel im Alltag?

Was bringt uns dazu, auf hartem Boden zu schlafen und eine instabile Behausung wie ein Zelt dem eigenen Daheim vorzuziehen? Fehlt uns der Bezug zur Natur?

Für mich ist Campieren folgendes: Praktisch um neue Orte zu entdecken, spannend weil das Zwitschern der Vögel und der Morgengrauen mich weckt. Eine bewusste Entschleunigung.

Ein Gedankenanstoss am Sonntag, geschrieben aus einem Campingstuhl. Mir fehlt eine ausführliche Antwort.

 

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