Simple Food

Mühsam und friedlich – meine erste Campingkocherfahrung

23. Juli 2016

Seit Jahren war ich nicht wirklich campieren. In meiner Kindheit reiste meine Familie viele Wochenende durch die Schweiz und in den Ferien fuhren wir sowieso weg. Mit der Zeit änderten sich unsere Behausung: Vom Familienzelt bis zum modernen Camper war alles dabei. Es waren immer wunderschöne Erlebnisse und ich blicke dankbar zurück. Nun bin ich wieder zurück beim Zelten und ich freue mich riesig! Selbst gekocht habe ich dabei noch nie und gespannt habe ich mich darauf vorbereitet.

Manu und ich verbringen die nächsten vier Tage auf einem Campingplatz im Tessin. Wir sind gerade angekommen und ich koche. Also genau genommen liege ich gerade im Zelt und warte darauf, dass mein Eintopf endlich heiss wird. Im Vorfeld habe ich mir einige Inspirationen geholt, was man als Veganer während dem Campen gut kochen kann.

Wir sind mit dem Auto unterwegs aber haben nur eine mässige Kühlbox mit, die mehr als Behälter taugt. Unser Kochplatz ist ein kleiner Gaskocher und eine Pfanne. Wir möchten nicht einkaufen gehen.

Was ich mit am meisten gefunden habe war der Tipp, ein Chili zu kochen! Ein super simpler Eintopf und erst noch eines meiner Lieblingsgerichte. Da hätte ich auch selber drauf kommen können. Also habe ich alles eingekauft und koche es jetzt.

Im Hinblick auf Abfall ist dieses Gericht durch die Aludosen nicht umweltfreundlich und das nervt mich etwas. Aber es ist einfach, günstig und kommt ohne Kühlung aus.

Zuerst kochte ich kurz einige roten Linsen, weil die nicht so lange dauern bis sie gar sind. Leider waren sie etwas zu lange drin und verschwanden dann durch magische Zauberhand im Verlauf des Kochens. Währenddessen schnipplete ich das Gemüse und öffnete die Büchsen. Gar nicht so einfach, dabei nicht ewig viel Dreck an das Essen kommen zu lassen (aber ein Bizeli Dreck ist ja gesund). Ich merkte aber auch, dass der Büchsenöffner und das Messer easy im Sackmesser mitgenommen werden könnten.

Da waren die Linsen noch da! Irgendwann scheinen sie einen Abflug gemacht zu haben…

Gemüseliebe 1 ❤️

Die Übersicht: Mais, gehackte Tomaten, Borlottibohnen (leckerste!), weisse Bohnen, Linsen im Topf, Gemüse und Zwiebel. Paprika, Salz und Chili (das unvorteilhafterweise um ein Chiligericht abzubilden aus dem Foto gerutscht ist).

Nachdem ich die Linsen vom Kocher nahm kippte ich die Bohnen und den Mais mit rein um alles abspülen zu gehen. Nun ja, leider war der Wasserhahn etwas komisch eingestellt und ich habe jetzt einen pflotschnassen Fuss. Zurück goss ich das Wasser ab (wohin bloss damit?). Dann kam alles in den Topf, ich würzte (offensichtlich zu kräftig) und ab auf den Kocher damit. Und dort steht unser Essen nun und wartet darauf, etwas einzudicken. Es ist einfach noch ziemlich zu flüssig um es in Tortillas einzuwickeln. Wir starren den Topf schon ziemlich vorwurfsvoll an, der Hunger ist gross! Ich bin nicht geduldig und gereizt, wenn ich richtig hungrig bin.

Gemüseliebe 2 ❤️

Viele und schöne Gewürze!

Alles ist dreckig und sandig, das Essen lässt auf sich warten und ich habe einen nassen Fuss. Eigentlich alles halb so schlimm, ich hab mir das Campingkochen nur einen Ticken einfacher vorgestellt. Weniger unbequem, schneller und supersimpel. Spass macht aber, einfach alles in einen einzigen Topf zu werfen und nicht viel abwaschen zu müssen!

Chaos

Früher kochten immer meine Eltern und ich konnte deshalb den Aufwand und das erforderte Können nicht abschätzen. Oder ich bin einfach unfähig ? Die nächste Mahlzeiten werden es mir zeigen!

Das Highlight war dann das Essen an der Maggia. Bewaffnet mit Wraps (darin kann alles eingewickelt werden und es wird besser), dem vollen Kochtopf, Schöpfkelle und viel Hunger setzten wir uns hin. In der Sonne assen wir das Chili. Plötzlich waren all die kleinen Kochhindernisse vergessen, denn es gibt nichts besseres und umwerfenderes als die Kombination von Lieblingsmensch, schöne Landschaft, feines, selbstgemachtes und veganes Essen und Zeit (und Wraps, of course)!

mmmmmmmmh

Der fertige Wrap wo zwei Sekunden später ganz viel Tomatensauce raustropfte. Macht ja nichts, ist ja draussen 🙂

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