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Travel Guide Triest

2. Dezember 2018


Triest liegt in Norditalien und ist eine grosse Hafenstadt. Mit ihrer Lage an der Grenze zu Slowenien und vereinigt dadurch viele verschiedene Kulturen. Der Hafen ist ein wichtiger Handelspunkt Italiens. Rund um Triest hat es eine unglaublich grüne, hüglige Landschaft. Und das Meer ist so klar, wie ich es selten gesehen habe. Eine malerische Kombination.


Wir besuchten Triest im Juli 2018 für fünf Tage, mit dem Hauptziel zu wandern, baden und zu entspannen. Die Stadt ist gut zu erlaufen und kaum touristisch, wodurch man auch prima mit der lokalen Bevölkerung ins Gespräch kommt.

Die Anreise

Die Reise ist perfekt mit dem Zug zu erleben: Die Landschaft ist schön und abwechslungsreich und ab Bern dauert die Reise etwa acht Stunden. Ein Vorteil der Zugreise ist, dass man mitten in der Stadt ankommt und unterwegs sogar einen Zwischenstopp in Venedig einlegen kann.

So sind wir morgens um acht Uhr auf den Zug, waren ohne umzusteigen um etwa halb drei Uhr Nachmittags in Venedig und sind um halb sieben die restlichen zwei Stunden nach Triest weitergefahren. So bekamen wir auch noch einen zusätzlichen Eindruck von der Lagunenstadt.

Keine Angst vor der Distanz: Vor zwei Jahren bin ich die Strecke nach Venedig geflogen und das war so unentspannt im Gegensatz zu der Zugreise und dauerte im Endeffekt gleich lange! Die Zugtickets sollten vorzeitig am SBB Schalter gekauft werden, da es reservierte Sitzplätze im Zug nach Mailand braucht. Die Zugreise hat hin und zurück pro Person etwa 180 Franken gekostet. 

Dauer des Besuchs

Wir sind am Montag früh in Bern auf den Zug und waren, mit dem Zwischenstopp in Venedig, etwa um neun Uhr abends in Triest. Am Freitagmittag sind wir wieder abgereist. Während den drei vollen Tage vor Ort haben wir uns jeweils spontan für eine Unternehmung entschieden.

Tagsüber waren wir meistens ausserhalb von Triest im Umland wandern und baden. Ich persönlich fand so die eigentliche Aufenthaltszeit in Triest selbst etwas knapp und wäre gerne noch ein, zwei Tage länger geblieben.

Wohnen

Jenny hat das schönste Airbnb gebucht, welches ich jemals gesehen habe.
Die Wohnung lag in einem klassischen Altbau mit Blick auf das Meer. Zu Fuss dauerte der Weg in den Stadtkern zwischen fünf und zehn Minuten.
Dadurch, dass die Stadt gut zu Fuss zu entdecken ist, spielt die Wohnlage in meinen Augen eine untergeordnete Rolle.

Allgemeine Tipps

Tickets für Fähren und Busse müssen in Tabacchio-Läden gekauft werden. Unbedingt die Öffnungszeiten beachten! Und es empfiehlt sich nicht, die Tickets zu verlieren, da an manchen Orten nicht gelöst werden kann. So strandeten wir unglücklicherweise ausserhalb von Triest und konnten nirgends ein Rückfahrbillet kaufen. Erwarte nicht, dass die Busfahrer sich verständlich zeigen!

Es ist eher die Ausnahme, dass Italiener Englisch sprechen. Wir haben uns grösstenteils mit Gestik verständigt, ob nun im Tabacchio-Laden, im Restaurant oder auf der Fähre.

Meine Empfehlungen für Triest

Baden am Quai


Die Hafenstadt hat keinen klassischen Badestrand, sondern einen langen Quai. Dieser ist nicht klassisch schön, aber praktisch zum Baden. Wir trafen vor allem auf einheimische Badegäste, was uns wunderbar in Kontakt brachte. Das Wasser ist klar, sauber und wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Für lange Badenachmittage empfiehlt es sich sicherlich einen bequemen Stuhl dabei zu haben. Dadurch, dass wir immer nur kurz ins Wasser gehüpft sind, erübrigte sich dies.

Es gibt natürlich auch klassische Badeanstalten, diese haben wir nicht besucht. Unser Ziel war eigentlich, an kleinen, verlassenen Stränden zu baden. Jedoch stellte sich heraus, dass diese mit dem öffentlichen Verkehr praktisch unerreichbar sind.

Mehr Informationen zu den Stränden findest du hier.

Spaziergang den Sehenswürdigkeiten entlang

Die Sehenswürdigkeiten sind in Triest nah aufeinander gelegen und schön bei einem Spaziergang zu entdecken. Da gibt es einerseits den “Canal Grande”, welcher an Venedig erinnert, aber auch den grössten zum Meer hin geöffneten Platz Europas, genannt “Piazza dell’ Unità d’Italia”.
Die Architektur erinnert durch die kulturelle Vielfalt Triests an andere Städte wie Wien.
Natürlich hat Triest noch mehr klassische Sehenswürdigkeiten. Eine gute Übersicht bietet beispielsweise Trip-Advisor.

Canal Grande

Dieser Bogen gehört laut Reiseführer zu den Sehenswürdigkeiten.

Sonnenuntergang auf der Molo Audace

Die Molo Audace ist ein zweihundert Meter langer Schiffspier und liegt direkt an der Piazza dell’ Unità d’Italia. Durch die Lage der Stadt geht die Sonne direkt über dem Meer unter. Während dem Sonnenuntergang die Beine über dem Wasser baumeln zu lassen gehört zu meinen schönsten Erinnerungen.

Aussicht auf die Stadt

An einem Abend erkundeten wir Triest ohne konkreten Plan und fanden uns zum Sonnenuntergang auf einem Hügel mitten in der Stadt wieder. Als Navigationshinweis: Auf dem Hügel steht die Cattedrale di San Giusto Martire. Ich habe ihr Inneres nicht besucht, sie scheint aber ziemlich sehenswert zu sein. Beim nächsten Besuch dann – Mir hat auch schon nur die Aussicht von dieser Stelle aus sehr gefallen!

Secondhand-Shops

Es gibt in Triest zahlreiche Secondhand-Shops. In den meisten findet sich klassisch italienische Mode, also etwas schicker, als ich normalerweise Kleider trage. Ein kleiner Laden hat uns aber trotzdem sehr gefallen: Boogaloo.

Bei gefühlt 40 Grad probierten wir uns durch das Angebot. Zu ziemlich fairen Preisen (wird halt eher als “Vintage” betitelt und ist damit etwas teurer) fanden wir hier schöne Anziehsachen. Und die Gassen rings um das Geschäft sind voller weiterer herziger Lädelis und Cafés!

Gleich um die Ecke des Second-Hand Shops Boogaloo.

Essen & Trinken

Italienisches Essen bietet einiges für Veganer. In den Supermärkten gibt es vegane Optionen und in den Restaurants kann auf Nachfrage vieles veganisiert werden. Meistens assen wir Teig in irgendeiner Form (Pasta, Brot…) mit Gemüse und Tomatensauce.

Aber es gab doch gewisse Highlights! Und zwar waren die folgenden Lokale:

  • Giardino Tergesteo: Viele vegetarische und vegane Optionen
  • Gelato Marco: Ich habe noch nie eine so grosse vegane Glacéauswahl gesehen. Nebst allen möglichen Sorbetvariationen bietet die Gelateria klassische und ausgefallene vegane Kreationen. Ich habe unter anderem die Geschmacksrichtung Schokolade-Rum probiert. Mmmmh!
  • Eataly: Ein Supermarkt voller italienischer Spezialitäten. Scheint eine Kette zu sein, aber ich war im Einkaufshimmel.
  • Wir haben Gemüse und Früchte in einem der zahlreichen kleinen, inhabergeführten Läden gekauft. Superfrisch und meist lokale Ware.

Weiter assen wir einmal im Lokal “Genuino”, welches ebenfalls vegane Speisen anbietet. Das Essen und die Aufmachung konnten uns aber nicht überzeugen. Zu teuer, alles in Wegwerfgeschirr, fades Essen.

Trieste ist eine hügelige Stadt.

Besuchen

Hier zwei Tipps für kleine Ausflüge von Triest aus. Wir wollten mit dem öffentlichen Verkehr noch nach Slowenien, was sich aber leider als nicht so einfach herausgestellt hat. Es gibt keine direkten Busverbindungen und die Reisezeit war uns zu lange.

Muggia

Wir besuchten Muggia am Morgen früh. Die Überfahrt mit der Fähre dauert nicht lange und das Dörfchen ist wirklich herzig. Es hat einen schönen Altstadtkern. Ich denke der Besuch lohnt sich frühmorgens mehr, wenn die Gassen noch fast leer sind. Insgesamt würde ich maximal zwei Stunden für den Besuch einplanen.

Garten um das Schloss Miramare

In so einigen Empfehlungen lass ich vom Garten des Schloss Miramare. Ganz ehrlich, ich sah den Sinn nicht, mit dem Bus aus der Stadt rauszufahren nur um einen Garten zu besichtigen. Zum Glück haben wir das trotzdem gemacht und wir sind sogar an einem anderen Tag noch einmal zurückgekehrt!

Die Anlage ist wirklich schön, verwinkelt und direkt am Meer. Mir hat besonders die Aussicht von der (schon fast kitschigen) Schlossterrasse auf das Meer hinaus gefallen. Der Garten befindet sich im Meeresschutzgebiet. Das heisst, es darf nicht gebadet werden, dafür gibt es aber so einiges an unberührtem Meer zu sehen!

Garten vom Miramare Castle

Nebst diesen beiden Tipps erwanderten wir noch den Rilke-Weg, welcher von Duino nach Sistina führt. Der Weg an sich ist eindrücklich am Rand der Steilküste gelegen, ohne dabei gefährlich exponiert zu sein. Wir fanden den Aufwand mit dem Bus nach Duino zu fahren aber zu gross für diese doch eher kurze Wanderung.

Ausblick auf dem Rilke-Weg von Duino nach Sistina

An dieser Stelle bist du am Ende des Travel Guides angelangt. Ich hoffe, ich konnte dir die Stadt etwas näher bringen und dir bei deiner Planung weiterhelfen.

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