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Travel Guide Schottland: Oban und die drei magischen Inseln

12. März 2017

Willkommen zum fünften Teil des Travel Guides für eine Reise durch ganz Schottland. Heute erzähle ich euch von Oban und drei magischen, kleinen Inseln, welche mich in ihren Bann gezogen haben.

Von Inverness nach Edinburgh: Mit dem öffentlichen Verkehr entdeckten wir in acht Tagen das schöne Land. Dabei sahen wir nicht nur die Städte, sondern ebenfalls die Isle of Skye, wanderten in den Highlands, besuchten eine echte Whiskey-Distillery und unternahmen einen Ausflug zu einer unbewohnten Vulkaninsel.

Wir kamen abends am sechsten Tag unserer Reise in Oban an und planten, eineinhalb Tage dort zu verbringen. Das Programm? Ein Tagesausflug auf die Inseln Mull, Iona und Staffa sowie ein halber Tag in Oban bevor unsere Reise nach Edinburgh führt. Gleich vorweg: Ich empfehle euch eher einen Zwischenhalt in Glasgow als einen halben Tag in Oban zu verbringen. Da wir unsere Zugtickets aber schon gebucht hatten und Glasgow bereits kannten vertrödelten wir unsere Zeit in der kleinen Stadt.

Oban

Oban vom Wasser aus.

Meine vorherigen Zeilen zeugen von meiner fehlenden Begeisterung für Oban. Die Stadt liegt an der Westküste Schottlands und hat etwas weniger als zehntausend Einwohner. Sie gilt als das Zentrum an der Westküste und ist vor allem durch den Fährhafen bedeutsam: Von dort aus kommt man leicht zu den inneren und äusseren Hebrideninseln. Für mich zweitrangig aber für viele noch bedeutender: In Oban wird Whiskey hergestellt. Da wir bereits auf der Isle of Skye die Talisker Distillery besucht haben, liessen wir diese aus.

Positiv an Oban war definitiv ein vegetarisch-veganes Restaurant genannt «The little potting shed café». Da kann ich euch einen Besuch unbedingt empfehlen. Nach einer Woche Pommes Frites eine willkommene Abwechslung!

Oban als Stadt selbst hat nicht viele Sehenswürdigkeiten. Da steht der nicht fertiggestellte   McCaig’s Tower, welcher ein Nachbau des Kolosseums in Rom ist. Etwas aus der Stadt gibt es noch die Ruine des Dunollie Castle. Nach maximal zwei Stunden hatte ich das Städtchen gesehen und wäre bereit gewesen weiterzuziehen. Zum Glück besuchten wir an unserem vollen, ersten Tag in Oban die magischen drei Inseln Mull, Iona und Staffa.

Die Isle of Mull, Isle of Iona und Isle of Staffa besuchen

Die Inseln Mull, Iona und Staffa liegen vor Oban und sind von dort aus mit der Fähre zu erreichen. Sie gehören zu den inneren Hebriden. Jede sieht unterschiedlich aus und begeistert auf ihre individuelle Art.

Wir besuchten die Inseln im Rahmen einer Tour. Ich schrecke jeweils von touristischen Führungen zurück, aber dies war der einfachste Weg. Zudem kommt man nur so auf die Isle of Staffa – und die ist ja gerade die interessanteste 🙂 Pro Person zahlten wir 60 Pfund, was mich schon leer schlucken liess. Aber: Es lohnte sich vollkommen!

Die Touren finden von April bis Oktober statt und starten jeweils um 07.40 oder um 09.30 ab Oban. Die Tickets können online oder vor Ort in einem kleinen Laden am Hafen gebucht werden. Ich denke es lohnt sich frühzeitig online zu buchen. Wir hatten Glück vor Ort, weil wir am Tag vor dem Saisonende dort waren und es nicht mehr so viele Touristen hatte. Man kriegt dann eine Reihe von Tickets.

Nicht vergessen!

Es ist ratsam, Proviant einzupacken! Das Angebot vor Ort ist beschränkt und auf alle Fälle nicht vegan. Am Fährhafen hat es ein kleines Take-Away, wo wir einen Couscous-Salat fanden. Zusammen mit ein paar Früchten war das perfekt. Vor allem nicht zu schwer, was mir bei meinem vom Seegang geplagten Magen ganz recht war kam! Weiter lohnen sich festes Schuhwerk und – unbedingt! – mindestens eine Regenjacke.

Isle of Mull

Ich, ziemlich glücklich.
Foto: Manuel Lopez

Leuchtturm auf der Fahrt auf die Isle of Mull.

Zuerst geht es mit einer grossen Fähre auf die Isle of Mull. Die Überfahrt dauert etwa eine halbe Stunde und sie lässt sich auf oder unter Deck gleichermassen geniessen. Mir hat es sehr gefallen, über das Meer zu blicken und das kleiner werdenden Oban zu betrachten.

Auf der Isle of Mull angekommen steigt man in einen Reisecar. Es geht weiter mit einer etwa stündigen Fahrt über die Isle of Mull. Einmal quer über Land um an den Schiffsabfahrtort für die Isle of Iona und Staffa zu gelangen.

Je nach Fahrer wird die Reise an dieser Stelle langweilig. Die Fahrer erzählen Geschichten über die Isle of Mull und ihre Sehenswürdigkeiten. Auf der Hinfahrt hatten wir einen sehr unmotivierten Fahrer, welcher sich leider keinerlei Mühe zu geben schien. Auf unserer Rückfahrt hatten wir mehr Glück: Die Fahrerin kannte sich hervorragend aus und konnte uns Sagen, Geschichten und Anekdoten aus der Geschichte und dem Leben der Isle of Mull erzählen. Wahnsinnig spannend und unterhaltsam!

Aussicht aus dem Busfenster

Wenn man am Fähranlegesteg Fionnporth ankommt reist ein Grossteil der Teilnehmenden direkt auf die Isle of Iona. Wir hingegen stiegen in ein kleines, abenteuerlich aussehendes Boot und brausten in Richtung Isle of Staffa davon.

Fionnporth, der Ausgangspunkt auf der Isle of Mull für die Isle of Staffa.

Isle of Staffa

Isle of Staffa

Die Isle of Staffa ist eine Vulkaninsel. Sie ist aufgrund ihrer speziellen Felsformationen eine Augenweide und wirklich das Geld und die Zeit für einen Besuch wert.

Ihr Name bedeutet so viel wie «Insel der Säulen». Sie ist gänzlich unbewohnt, nur gerade zweihundert auf sechshundert Meter gross. Im Sommer sollen Papageienvögel zu beobachten sein.
Die Überfahrt ist vor allem eins: stürmisch! Ich stand aber die ganze Zeit an der Reling in der Hoffnung Delfine oder Wale zu sehen. Leider blieb mir das Glück verwehrt. Nicht einmal einen Adler kriegten wir zu Gesicht. Die Chancen sind aber eigentlich intakt, die Crew erzählte uns auf alle Fälle so einiges. Die Überfahrt fand ich wirklich kein Zuckerschlecken. So ein kleines Boot, so viel Meer und so viel Seegang… Aber auch das ging vorbei – und es lohnte sich 🙂

Stürmisch und kalt wars! Festhalten war Pflicht…

Sobald die Insel ins Sichtfeld rückt gibt es nur noch Augen für sie. Durch die zu Säulen erkaltete Lava ist sie einzigartig. Das Meer hat eine grosse Höhle ausgewaschen, den sogenannten «Fingals Cave». Man fährt mit dem Boot ganz nah ran und legt dann auf der Ostseite der Insel an. Nun hat man eine Stunde Zeit um die Insel zu erkunden. Es ist möglich, ebenjenen Fingals Cave zu besuchen. So sieht man sich plötzlich selbst über die Lavaformationen wandern und fühlt sich ziemlich einzigartig. Mitten im Meer, eine einsame Insel… Gut, mit vielen anderen Touristen, aber es fühlt sich toll an! Mich hat der Besuch begeistert.

Ich weiss nicht, wie viele Touristengruppen es in der Hochsaison hat. Manche sagen, es sei überlaufen. Wir hatten, wie bereits erwähnt, Glück weil Saisonende war. Mich hat die Natur jedoch so sehr beeindruckt, dass ich auf alle Fälle noch einmal hingehen würde – egal wann.

Unser Böötli… (Foto: Manuel Lopez)

Die grosse Höhle ist der natürlich ausgewaschene „Fingals Cave“.

Foto: Manuel Lopez

wuaaaaaaaa – auf dem Weg zum Fingals Cave

Im Fingals Cave.

ganz schön was los.

Auf der Isle of Staffa.

unbewohnt und wunderschön – dieser Besuch gehört für mich zu den Highlights unserer Schottlandreise.

Isle of Iona

Nach einer Stunde geht es bereits weiter auf die Isle of Iona.

Iona: So gesehen auf unserer Fahrt nach Staffa.

Der Hauptort der Isle of Staffa.

Sie war über Jahrhunderte das geistliche Zentrum Schottlands. Kirchen, Kreuze, Gräber, eine wunderschöne Landschaft und ein kleiner Ort sollen zu sehen sein. Wer das Kloster «Iona Abbey» besuchen möchte zahlt noch zusätzlich 12 Pfund Eintritt. Wir waren so müde vom vielen Reisen das wir beschlossen, diesen mehrstündigen Halt auszulassen und direkt zurückzufahren.

Die Insel sieht auf alle Fälle wunderschön aus und ist von klarsten Meerwasser umgeben.

Ein Blick auf die Küste von der Isle of Staffa.

Zurück nach Oban gelangt man von der Isle of Iona via Fähre nach Mull, Bus ans andere Ende der Insel und anschliessend wieder mit der grossen Fähre. Abends fielen wir erschöpft ins Bett – es war ein langer Tag!

Von der Isle of Iona zurück nach Mull sah das so aus:

Im nächsten und letzten Teil des Travel Guides werde ich noch auf Glasgow und Edinburgh eingehen. Danke fürs Lesen 🙂

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