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Ist das der beste vegane Mozzarellakäse?

6. Juni 2016

Meine Lieben
Heute gibt es ein kleines Produktreview. Es geht um veganen Mozzarella. Ein ernstes Thema. Vielleicht wird meine vegane Pizza damit auf ein total neues, überwältigendes Level gehoben?

An einem Mittag ass meine Freundin neben mir eine richtig fettige Pizza und ich bekam plötzlich richtig Lust darauf! Da ich aber mit tierischen Produkten nichts anzufangen vermag musste eine Alternative her.
Im Egli Reformhaus stand ich vor dem Regal und war etwas ratlos, denn es gibt doch einiges an veganem Pizzakäse. Ich entschied mich für «Veganella» von Soyana, weil ich diese noch nicht kannte. Es gibt drei Sorten zur Auswahl: einmal Natur, einmal Basilikum und einer mit Räuchergeschmack.

Veganella Review

Ich bin mir nicht ganz sicher, weshalb Firmen denken, eine Wortmischung aus «Vegan» und «Mozzarella» sei hipp. Mich persönlich stossen solche Kombinationen jeweils eher ab, da es mir sofort aufzeigt dass es sich um Ersatzprodukte handelt. Meiner Ansicht nach braucht die vegane Ernährung keine Ersatzprodukte, das funktioniert auch ohne super. Aber manchmal ist’s eben trotzdem nett, sowas zu essen 🙂 Anders Thema für einen späteren Beitrag.

Zurück zur Veganella. Sie ist in einer wurstähnlichen Form verpackt und kostet pro Stück 4.90 Franken. Ich griff zum Basilikumgeschmack, da ich mit Natur oft nicht so viel anzufangen weiss und ich mir Rauchgeschmack beim Mozzarella unpassend vorstelle. Der Preis bewegt sich für einen veganen Käseersatz im unteren Mittelfeld. Da ich solche Produkte nicht oft erwerbe empfand ich 4.90 für so eine kleine Mozzarellawurst eher als zu viel.
Zuhause blieb die «Veganella» erstmal ein paar Wochen im Kühlschrank, da sich die richtige Gelegenheit für selbstgemacht Pizza nicht ergab. Und als sie da so zwischen Haselnussmus und Gurke lag schreckte sie mich plötzlich eher ab. Wieso ist die Verpackung auch bloss so grassgrün?

Heute gab ich mir dann endlich einen Ruck und bereitete sie zu.

Die Inhaltsstoffe

Wasser, Cashewkerne* 19.7%, Kokosöl*, Basilikum-Blätter* 5.1%, Zitronensaft*, Flohsamenschalen*, Meersalz, Verdickungsmittel Agar-Agar* und Johannisbrotkernmehl*, Apfeldicksaft*, Knoblauch*

*aus kontrolliertem Biolandbau

Die Inhaltsstoffe wirken vernünftig, auf alle Fälle verstehe ich jeden Begriff. Das ist bei (veganem) Convenience Food leider nicht immer der Fall. Die Zutatenliste ist mir deshalb auf alle Fälle ziemlich sympathisch.
Die Cashewkerne stammen laut Verpackung aus biologischer Produktion in Indien. Das gesamte Produkt ist Schweiz-Bio zertifiziert. Ich finde unterstützenswert, dass die Inhaltsstoffe aus nachhaltigem Anbau stammen. Gerade bei Produkten die ich nicht jeden Tag kaufe investiere ich gerne etwas mehr Geld.

Der erste Biss

Die Veganella kam aus dem Kühlschrank auf mein Schneidbrettchen und wurde gleich mit dem ersten abgeschnittenen Stückchen getestet. Die Konsistenz ist weich und nicht faserig wie man es vom Mozzarella kennt. Die Masse ist mit viel Basilikum durchsetzt und riecht angenehm stark danach. Ich war skeptisch aber mochte das erste gegessene Stück ganz gerne. Weich auf der Zunge, sanft im Geschmack. Und irgendwie angenehm natürlich im Gegensatz zu anderen veganen Käsealternativen. Ich erwischte mich doch tatsächlich dabei, wie ich sicher ein Viertel der Mozzarellawurst gerade so ass. Ich bin mir sicher, dass in Kombination mit geschnittenen Tomaten und Balsamicoessig ein fabelhafter Salat entstehen würde. Dabei müsste aber der Anteil an Tomaten wesentlich den Anteil Veganella überwiegen, damit der Geschmack des Basilikums nicht zu aufdringlich ist.

Veganella Review

Jetzt zum Wichtigsten: Pizza!

Als nächstes legte ich Stückchen der Veganella auf meine Pizza. Dabei war ich mir unsicher, wie viel ich verwenden sollte und ob sich eher grosse oder kleine Stücke eignen.
Ich entschied mich für grössere Stücke welche ich mit grossem Abstand verteilte. Könnte ja sein, dass ichs nicht mag und ich wollte ja nicht, dass die ganze Pizza ruiniert war.

Veganella Review

Pizza vor dem Backen

Ab in den Ofen mit der Pizza. Warten. Vorfreude auf fettige Pizza!

Nach 20 Minuten nahm ich das Blech aus dem Backofen. Und ich war enttäuscht, dass kann ich euch sagen. Die Veganella war nicht verlaufen! Die Stückchen waren an Ort und Stelle geblieben und oben dunkel geworden von der Hitze. Ich frage mich gerade, ob ich wohl nicht einfach etwas falsch gemacht habe. Aber der muss doch nur in den Ofen, warm haben und daraufhin schmelzen oder?
In meinem Geschmackstest schnitt die Veganella mit «Okay» ab. Ein Biss mit dem «Mozzarella» schmeckte einfach nach Basilikum und hatte von der Konsistenz her nicht wirklich was zu bieten. Weder fettig noch weich. Ich hatte mir definitiv mehr erhofft gehabt!

Jetzt sind zwei Stunden seit dem Essen vergangen und mir ist etwas übel. Ich weiss nicht, ob es daher kommt, dass ich sonst selten so viel Ersatzprodukte esse. Auf alle Fälle ist es mir gerade etwas unwohl.

Veganella Review

Ups, war wohl etwas zu lange drin… 🙂

Veganella Review

Pizza nach dem Backen. Da ist nichts verlaufen…

Fazit

Die Konsistenz und der Geschmack im kalten Zustand ist lecker und passt perfekt in ein Sandwich oder einen Tomatensalat. Zum Überbacken konnte mich die «Veganella» nicht überzeugen. Wer die Veganella mit Basilikum kauft, sollte Basilikum auch wirklich mögen. Für den direkten Umstieg vom Alles-Esser zum Veganer mag sich die «Veganella» wahrscheinlich nicht lohnen. Dazu ist das Produkt meiner Meinung nach zu weit vom herkömmlichen Mozzarella entfernt (soweit ich mich daran erinnern kann).
Es besteht Raum für Verbesserungen, besonders beim Schmelzen. Vielleicht ist die Natur-Variante auch noch näher am Geschmack? Veganella ist für mich nicht der perfekte vegane Mozzarella.
Ich suche weiter danach! Über Tipps freue ich mich sehr 😀

Es war nett, das Produkt einmal auszuprobieren. Aber ich kann meine vegane Pizza ohne Veganella genauso geniessen!

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