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Travel Diary New York – Gegensätze

28. April 2016

„Und wie wars in den Ferien?“
„Wie gefiel dir New York?“
„Hast du viel eingekauft?“

Ich freue mich sehr, wenn mich Personen nach meinen Erlebnissen fragen und neugierig sind.
Zusammen mit Manuel war ich für eine Woche in New York. Der grossen, niemals ruhigen Stadt. Eine Weltstadt, die grösste in welcher ich bisher war. Und nie ist es mir schwieriger gefallen, eine Reise in Worte zu fassen. Das ist ein erster Versuch.

New York ist voller Gegensätze. Die Masse an Menschen liess für mich einzelne Personen umso deutlicher herausstechen. In der U-Bahn traten die Unterschiede am deutlichsten zutage. Da sitzen so unterschiedliche Menschen nebeneinander. Man findet jede Art, jedes Aussehen. Jede Persönlichkeit zeigt sich anders. Man steht nebeneinander, atmet die gleiche Luft ein und spürt den Fuss einer anderen Person neben dem eigenen. Trotzdem schaut man sich selten an. Ausser, man kommt einander versehentlich zu nah. Dann gibt es direkten Augenkontakt, es wird höflich um Entschuldigung gebeten.
Die New Yorker sind sehr freundlich. Das war für mich am bemerkenswertesten! Kaum wieder in der Schweiz, vermisste ich die angedeuteten Lächeln und freundlichen Blicke. Wir sitzen hier, komfortabel in unseren Zügen, wo wir meistens einen Sitzplatz für uns allein kriegen. Da ist nichts mit Hintern an Hüfte quetschen. Vielleicht brauchen wir diese freundliche Art nicht, weil wir nicht so viel teilen?
Hält der Zug in New York in einer Station strömen die Menschen heraus, verteilen sich und finden zu den Ausgängen. In diesen liegen oft die ganz Armen der Gesellschaft. Es war schwierig, daran einfach vorbei zu gehen. Im Gegensatz dazu stehen die Upper West und die Upper East Side jeweils neben dem Central Park. Dort scheint die Luft etwas reiner, teurer zu riechen. Die Bewohner sind an den teuren Haarschnitten und passgenauen Mäntel zu erkennen. Ich will nicht sagen, dass es das bei uns nicht gibt. Aber so nahe nebeneinander? Das ist absurd.

Die Strassen von New York haben auf mich vor allem einen Eindruck hinterlassen: Sie sind voll und man muss ständig an Ampeln warten. Besonders spannend fand ich, dass vieles Einbahnstrassen sind und sich die New Yorker trotzdem zurechtzufinden scheinen. Zum Glück musste ich nicht dort meine Autoprüfung machen! Das braucht bestimmt Nerven aus Stahl.

Dann die Gegensätzlichkeit der Sauberkeit. In Harlem, wo wir wohnten, war alles ganz okay sauber, aber in der Schweiz würdest du keine Strasse so antreffen. Mich hat’s nicht gestört und auch mit dem aktiven Handel direkt vor unserer Tür kam ich gut klar. Im Financial District hingegen wirkt alles so herausgeputzt. Die Gebäude werden gefühlt dauergereinigt und die Strassen oft gefegt. Die U-Bahn Stationen wirken poliert.
Ich glaube, wir haben wirklich von extrem sauber hin zu absolut grässlich alles angetroffen.

Das Essen: Es gibt den bekannten Fastfood, überall ist dieser verfügbar! Gleichzeitig gibt es aber auch unheimlich viele Stores, welche gesunde Lebensmittel vermarkten. Wirklich faszinierend. Und natürlich ein Paradies für mich 🙂 Am meisten Geld habe ich definitiv beim Essen ausgegeben.

„Und, hast du viel eingekauft?“
Es ist bekannt: Amerika, das Land des Kapitalismus und Kommerz.
Im Vorfeld freute ich mich auch auf das Einkaufen. Aber als ich dort war konnte ich nicht. Einerseits, weil ich den Gedanken von wenigen Gegenständen im Leben zu verfolgen versuche (da arbeite ich noch dran). Andererseits reiht sich dort ein H&M neben den nächsten Zara. Daneben befinden sich weitere Kleiderketten, welche ich eigentlich aus ethischen Gründen nicht supporten möchte – es aber trotzdem immer wieder tue. Das löste ein Widerwillen in mir aus. Ich werde diese in einem späteren Beitrag weiter ausführen. In New York gibt es wirklich viele sehr absurde Erscheinungen: Es gibt so viele Stores der gleichen Kette! Starbucks verdarb mir komplett die Lust auf einen Kaffee – wie viel Geld die wohl einnehmen müssen alleine in New York? Du kannst da nämlich keine zweihundert Meter gehen und schon triffst du den nächsten an! Neben all den grossen Ladenketten gibt es dann aber noch die kleinen. Die, welche mit viel Herzblut etwas anbieten – das war auch sehr sehenswert und schön!

In New York läuft ständig was. Rund um die Uhr sind die Menschen unterwegs, in dieser Stadt bist du wahrscheinlich nie komplett alleine. Kaum Grünfläche. Ich war bereits in grösseren Städten wie Berlin, Paris, Mailand oder Edinburgh. Aber New York tickt da einfach nochmals ganz anders.
So viele Dinge meinte ich zu wissen und trotzdem wurde ich so überrascht. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten haben mich nicht unfassbar beeindruckt, aber trotzdem war es schön, es einmal selbst gesehen zu haben.

Mit diesem Text versuche ich zu zeigen, weshalb mir die Antwort auf solch simple Fragen zu meinen Ferien schwer fällt.
Ich werde versuchen, meine Gedanken in weiteren Beiträgen zu sortieren und aufzuzeigen. Vielleicht kann ich dann sagen, wie es war? Aktuell, zwei Wochen später, antworte ich immer noch mit „ich weiss es nicht“.

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