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Müllgedanken

22. August 2016

Dieses Wochenende war ich auf einem grossen Festival. Das Depot-System betraf nur Petflaschen und Aludosen, somit lagen tausende Becher und Teller neben Zigarettenstummel und verdreckten Ohropax. Es war unmöglich, denselben Teller mit dem gleichen Gericht nachfüllen zu lassen. Zu kompliziert die Abläufe, zu fest an das Einweg-System gebunden. Die Berge an Abfall entsetzen und regten mich gleichzeitig zum Nachdenken an. Wie können wir bloss so unvorsichtig mit unserem Lebensraum umgehen?

Im Supermarkt gibt es gratis zu den Tomaten und dem Salat eine Plastikverpackung dazu. Beim Take-Away wird alles separat in Einweg-Verpackungen gesteckt, unnötige Broschüren werden ungefragt zu einem Einkauf abgegeben. «Söunechs no ines Seckli ipacke?» gehört wahrscheinlich zu einer der meistgestellten Fragen im Alltag.

Jede Woche einen vollen Müllsack. Und Altpapier und Pet und Glas und Alu. 

Ich versuche mich im Alltag zu achten, einigermassen unverpackt einzukaufen. Die Tragetasche für den spontanen Einkauf habe ich immer dabei. Ich benutze keine Plastikbecher vom Wasserspender und weigere mich den Kaffee aus einem Einweg-Kartonbecher zu trinken. Trotz meiner Achtsamkeit ist am Ende der Woche der Müll voll.
Es nervt mich, wenn ich den vollen Eimer betrachte und mir nicht einfällt was alles drinsteckt. Dabei ist dort drin nur der Abfall, welcher Zuhause angefallen ist. Alles was ich unterwegs entsorge verschwindet in einem dunklen, unsichtbaren Loch.

Mein Umgang mit Verpackungsmaterial ist nicht nachhaltig. Für jede Plastikgabel werden Ressourcen verbraucht, jeder Ausdruck wird auf einem Stück Baum gemacht. Die Ressourcen unserer Welt sind beschränkt. Das wissen wir alle und wir gehen trotzdem unvorsichtig mit ihnen um. Die Bilder von plastikverseuchten Meeren und schwellenden Müllbergen sind oft in den Medien und sie gehen mir nahe. Zu nahe, als dass ich sie ignorieren könnte. Ich will so wenig wie möglich mitverantwortlich sein.

Ich weiss, dass es teilweise unvermeidbar ist: Ich lebe, also verbrauche ich Ressourcen die dann zur Belastung werden. Aber ich könnte auch bewusster leben mit dem Ziel, weniger zu verbrauchen. Kleine Schritte machen: Das Papiersäckli zum Brötchen, das ich eh gleich esse, zurückweisen, die teurere Gurke ohne Verpackung kaufen, meiner Trinkflasche einen festen Platz in meinem Rucksack zuweisen. Diese kleinen Schritte mögen keine Welten bewirken aber einen Anfang sein. Und genau das probiere ich jetzt.

Ich will mich nicht stressen, nicht verrückt machen. Aber bewusst gezieltere Schritte gehen.

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