Gedanken

Lieblingsfarben

2. Mai 2016

Heute wurde mir das erste Mal seit langem eine bekannte Frage gestellt. Wahrscheinlich ist es eine der Fragen, die wir als Kinder am meisten stellen.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Da wusste ich bislang immer eine Antwort drauf. Nur heute, da musste ich überlegen und ich kam zu keinem Schluss. Lange war es petrolgrün.
Ich suchte im Internet nach Hinweisen zu dem Thema. Es gibt gefühlt tausende Tests, wo du deine Lieblingsfarbe mit deinem Charakter vergleichen kannst. Weil ich ja gar nicht weiss, was meine Lieblingsfarbe sein soll half mir das wenig. Auch all die Analysen mit Rückschlüssen auf dein Leben packen mich jetzt nicht sonderlich.

Was soll den eine Lieblingsfarbe überhaupt sein? Die Definition des Dudens sagte mir folgendes:

Substantiv, feminin – Farbe, die jemand vor jeder anderen Farbe liebt

Also eine Farbe, die ich so sehr liebe, das sie alle anderen in den Schatten stellt. Das sie alles ist, woran ich denken kann, wenn ich eine Farbe wähle. Liebe, das ist ein sehr starkes Wort.

Lieblingsfarben können sich offensichtlich verändern, das merke ich ja an mir selbst. Von grün bis blau und rot mochte ich bisher jede Farbe einmal besonders stark. Doch wieso?

Vielleicht sind Lieblingsfarben ein Stück weit trendabhängig. Wer bitte hätte vor zwei Jahren von Roségold geschwärmt? Wahrscheinlich die wenigsten von uns. Und plötzlich hat sie jeder durchgestylte Instagramfeed, unsere Handys gibts so und sowieso scheint es eine der Farben zu sein, welche in aller Munde ist. (An dieser Stelle würde ich jetzt gerne ein Beispiel für ein roségoldenes Essen bringen, aber mir fällt nichts ein.) Die Beeinflussung ist bestimmt vorhanden. Auch unsere Kleidung haben oft modische Farbtöne. Ich liebe es bordeauxrot zu tragen. So eine warme, schmeichelnde Farbe! Mir würde es allerdings nicht einfallen, diese Farbe als meine Lieblingsfarbe zu nennen. Alles, was wir neu erwerben, wird aktuell auf eine gewisse Weise im Trend liegen. Eine neue Laptophülle, ein Sportsack, die Nachttischlampe… Was verkauft wird, muss modisch sein. Trendfarben treten also an vielen Stellen in unseren Leben auf.
Trotzdem heisst das nicht, dass diese Farben zu unseren Lieblingsfarben werden.

Ich arbeite mit Gestaltung. Bei jeder Gestaltung müssen die Farben passend zum Thema gewählt werden. So beschäftige ich mich tagtäglich mit Farben und ihrer Psychologie.

Vielleicht kommt es mir so vor, als ob ich noch nicht die passende Farbe zu mir gefunden habe? Ist das haben oder nicht haben eine Frage des Charakters?

Fragen über Fragen auf eine so simple Frage hin. Ich habe keine Antwort. 

Wie geht es dir? Hast du dir in letzter Zeit überlegt, was deine Lieblingsfarbe sein könnte? Und hast du eine Antwort darauf gefunden? 🙂

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