Minimalismus Slow Living

Minimalismus: Wie den Kleiderschrank reduzieren

5. September 2017

Wie wäre es wenn du jedes einzelne Kleidungsstück, dass du besitzt, so richtig lieben würdest? „Weniger ist mehr“ – wenn du deine Kleidersammlung reduzierst hast du am Ende noch das, was dir wirklich wichtig und dir gefällt. Dann könntest du morgens in deinen Schrank schauen und wüsstest besser und stressfreier was du anziehen sollst. Weil deine Sicht auf das Wesentliche nicht mehr verdeckt wird.

Minimalismus: Kleiderschrank reduzieren

Mein Kleiderschrank nahm einen grossen Teil meines Zimmers ein und war voll mit Zeugs. Ich stand oft davor und wusste trotz der vielen Kleider nicht, was ich anziehen sollte. Irgendwann deprimierte mich das so sehr, dass ich zu reduzieren begann. Am Ende konnte ich meinen Schrank sogar gegen eine kleine Kommode eintauschen. Das gab mir schon wesentlich mehr Raum und Freude. Jetzt wo ich umziehe muss ich zudem weniger Kartons schleppen 🙂

Über die Jahre und Saisons sammeln sich nämlich ganz schön viele Einzelteile an. Unbenutzte Shirts, zu viele Socken und Hosen die schon ziemlich kneifen – wir haben sie alle. Ich mag mir gar nicht ausmalen wie viele Kleider in Schweizer Haushalten herumliegen die nicht getragen werden!
Mehr ist nun mal bei Kleidern nicht nur mehr. Denn das alles braucht seinen Platz – und Platz kann man nun wirklich anders gebrauchen! Schon nur um mehr Raum zum Atmen zu haben (so geht es auf alle Fälle mir). Weniger in einen Schrank zu quetschen bedeutet nebst der verbesserten Übersichtlichkeit auch mehr Ordnung. Juhuu!

Ich habe meinen Kleiderschrank rigoros ausgemistet. Dabei habe ich nämlich eine ganze Menge gelernt und daher möchte mit euch teilen, wie ich vorgegangen bin. Die Hürde kann nämlich schon ganz schön gross sein überhaupt zu starten.

Hier noch einmal die Vorteile im Überblick, wenn du dich für mehr Minimalismus im Kleiderschrank entscheidest:

  • Stressfreier Kleider zum Anziehen raussuchen
  • Fokus auf das Wesentliche
  • Mehr Platz
  • Mehr Ordnung
  • Kein schlechtes Gewissen mehr, wegen all den ungetragenen Stücken
  • einfachere Stilfindung

Bewusstsein schaffen

Werde dir zuerst einmal bewusst, wie viele Kleider du hast. dazu reicht ein kleines Gedankenspiel: Überlege dir, welche Socken du alles besitzt (oder wahlweise eine andere Art Anziehsachen). Gehe sie mental alle durch. Und dann öffne deine Sockenschublade und schaue, was du wirklich hast. Bei mir waren das so viele mehr, unglaublich! Und das, obwohl ich ja nun wirklich nur ein paar Socken auf einmal tragen kann…

Wenn du dir nämlich bewusst wirst wie viel du hast (auch von anderen Kleidungsstücken) – und das es möglicherweise zu viel ist – dann macht das Reduzieren viel mehr Sinn 🙂

Mache zu Beginn Platz für zwei Stapel: Behalten und Weggeben

Minimalismus: Kleiderschrank reduzieren

Photo by Alexandra Gorn on Unsplash

Eine Kategorie auf einmal durchgehen

Ich habe mich systematisch jedem Kleidungstyp einzeln zugewandt. Viele Minimalismus-Tutorials sprechen davon „alles rauszuräumen um die Menge zu sehen“. Für mich macht das keinen Sinn, denn ich will nicht primär die Menge begrenzen sondern die Kleidungsstücke finden die ich wirklich gerne mag und behalten will. So räumte ich zuerst einmal alle Pullis aus dem Schrank und aufs Bett und sortierte sie einzeln in der Reihenfolge der folgenden Kriterien aus:

Habe ich das im letzten halben Jahr getragen?

Frage dich bei jedem Kleidungsstück, wann du es zum letzten Mal getragen hast. Wenn der Zeitpunkt länger als ein halbes-dreiviertel Jahr her ist, dann kann das gute Stück gerne auf den „Wegzugeben“-Stapel. Ausser natürlich bei super-saisonalem Zeugs, zum Beispiel Skihosen.

Manchmal findest du aber auch Kleider, die du schon lange nicht mehr getragen hast, die dir aber eigentlich richtig gut gefallen. Die du sozusagen im eigenen Schrank wiederentdeckst.

Minimalismus: Kleiderschrank reduzieren

Diese Kombination habe ich im letzten halben Jahr sehr oft getragen. Was gibts aber auch besseres als Lieblingsshirt und Lieblingsjeans?

Passt mir das überhaupt?

Kleider, in denen du dich nicht wohlfühlst kannst du gerne aussortieren. Alles zu behalten für den Fall „wenn ich mal zwei-drei Kilo abgenommen habe passt das schon“ funktioniert nicht. Das häuft nur unnötigen Ballast und Druck an. Es kann natürlich aber auch sein, dass etwas dir geht aber du dich darin nicht wohlfühlst. Mir geht das beispielsweise bei engen Pullis so. Dann bringt auch die schönste Schönheit nichts – wenn es dir nicht passt und du es deswegen nicht oft angezogen hast kann es weg. Wenns passt kommt die nächste Frage:

Gefällt mir das Kleidungsstück noch?

Vielleicht passt dir das Kleidungsstück noch und du hast es auch relativ oft angezogen. Nun, eventuell findest du das Muster des Pullis mittlerweile zu kitschig. Oder der Schnitt passt dir schon lange nicht mehr. Dann würde ich dir empfehlen das Kleidungsstück wegzulegen.

Den Zustand beurteilen

Sei ehrlich mit dir selbst an dieser Stelle: Vielleicht ist dein Lieblingsshirt schon ganz schön verwaschen und sieht etwas mieffig aus. Dann würde ich es noch als Schlafshirt behalten – und dafür einem anderen T-Shirt die Chance geben an seinen Platz nachzurücken.

Minimalismus im Kleiderschrank

Photo by Shanna Camilleri on Unsplash

Eine sinnvolle Anzahl für dich finden

Überlege dir: Wie viele T-Shirts brauchst du wirklich zum Leben? Ich habe mittlerweile etwa vier Alltagsshirts, ein bis zwei schickere, zwei zum Sport treiben und zwei zum Schlafen. Das reicht für mich persönlich locker! Dafür mag ich diese umso mehr. Versuche in den einzelnen Kleiderkategorien sinnvolle Mengen zu finden.

Den emotionalen Wert nicht vergessen

Es gibt einige Kleider, die lassen sich nicht so einfach kategorisieren. Ich habe beispielsweise ein altes Nachthemd meiner Grossmutter. Ich werde es niemals tragen aber es besitzt einen ungeheuren emotionalen Wert für mich. Deswegen werde ich das natürlich nicht weggeben. Und du solltest mit deinen emotionalen Kleidungsstücken natürlich gleich verfahren. Niemand zwingt dich etwas wegzugeben, es ist deine persönliche Entscheidung.

Spenden und verkaufen

Alte Kleider wieder in den Umlauf bringen schont die Welt. Jedes Kleidungsstück verbraucht nämlich kräftig Ressourcen in seiner Herstellung! Es gibt also weitaus bessere Wege als alles in den Abfall- resp. die Altkleidersammlung zu geben. Wenn du deine aussortierten Kleider spendest dienst du einem guten Zweck. Wenn du sie online oder auf einem Flohmarkt verkaufst kriegst du etwas von deinem investierten Geld zurück und gibt sie weiter. Wenn so schon auch nur ein Kleidungsstück recyclet wird hat sich die Sache gelohnt! Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kleider die in gutem Zustand sind und hübsch präsentiert werden richtig gut weggehen.

Nicht gleich wieder Neues anschaffen

Nachdem du Platz geschaffen hast und dein Kleiderschrank deine wirklich wichtigsten Teile beinhaltet solltest du nicht gleich wieder shoppen gehen. Warte erstmal ein paar Wochen bis Monate ab, um herauszufinden was du wirklich benötigst. Und dann würde ich dir empfehlen, Fair Fashion zu kaufen 🙂


Zum Schluss möchte ich noch etwas erwähnen: Du musst nicht „in einem Durchgang“ erfolgreich deinen gesamten Schrank reduziert haben. Das kann gut ein Work-in-Progress sein. So habe ich das auch gemacht und bin damit nachhaltig sehr zufrieden!

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1 Comment

  • Reply Meli 14. September 2017 at 8:36

    Du hesch so rächt Päsci! <3
    Nöchst mau chumi denn mit ufe Flohmark 🙂

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