Gedanken

Erinnerungen an den Sommer

9. Oktober 2016

Erinnerungen an den Sommer

Erinnerungen an den Sommer. Blätter am Baum, ihr raschelt im Wind. Ihr seit trocken und reibt euch hörbar aneinander. Es ist eine Frage von wenigen Stunden, vielleicht Tagen, bis ihr fallen werdet und getrennt am Boden zu liegen kommt.

Einige Boten befinden sich bereits hier, auf dem Betonboden. Tagsüber erwärmt er sich noch und strahlt nach dem Eindunkeln seine gespeicherte Wärme aus. Doch diese verblasst, im Morgengrauen finden sich bereits die ersten Frostboten.

Oh ihr Blätter, so schön seit ihr. Jede Stunde, jeder Tag lässt euch mehr erstrahlen. Der Sommer tritt langsam aus euren Adern, er präsentiert sich in den wunderbarsten Tönen. So seit ihr Erinnerung und Vorbote gleichermassen. Betrachte ich euch, fühle ich und erinnere mich. Die ersten warmen Sonnenstrahlen künden sich an. Unfassbar, dieses Glück, wie soll ich es wahrhaben? Im Frühsommer, im Frühsommer. Ich erinnere mich.

Der Sommer ist heiss und gibt mir die Hoffnung, alles erreichen zu können. Das Leben sprudelt, ist glühend und stark. Die Haut strahlt, die Augen lächeln, das Bewusstsein um die Lebesfreude immer präsent. Im Sommer, im Sommer. Ich erinnere mich.

Jedes Jahr die gleiche leichte Melancholie und einsetzende Wehmütigkeit, wenn die letzten warmen Tage anbrechen. Immer der Eindruck, dass es doch gerade erst soweit war die Jacken abzustreifen. Mit jeder Faser meines Körpers nehme ich die Wärme in mich auf, absorbiere die wohltuenden Sonnenstrahlen um sie aufzubewahren. Im Spätsommer, im Spätsommer. Ich erinnere mich gerne.

Es ist soweit, ihr Blätter, ihr verfärbt, fällt und bleibt. So zeigt ihr, dass es Zeit ist. Die sprudelnde Leichtigkeit beginnt zu verblassen. Ich freue mich. Auf den Frühherbst, in all seinen Farben, mit all seiner verbundenen Symbolik. Es wird noch warm sein, aber die schützende Jacke packe ich vorsichtshalber wieder ein. Denn rasch, rasch verliert ihr Blätter an Halt. Die Tage werden kürzer und meine Ärmel länger. Es wird Herbst. Zeit, sich etwas zur Ruhe zu setzen und die Veränderung geschehen zu lassen. Zuzuschauen. Ich freue mich. Und dann, ja dann wird es Zeit für die Gelassenheit. Das entspannte Erwarten der Adventszeit im Spätherbst. Kahle Bäume, kalte Erde unter dem farbigen Blättermeer.

Es ist an der Zeit, ich erinnere mich, mit der Wärme in mir.

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