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Fakten über Zucker & Erfahrungsbericht über meinen Zuckerverzicht

26. Mai 2016

Photo by delfi de la Rua on Unsplash

Meinem Gefühl nach wird immer mehr vor den schädlichen Folgen von Zucker gewarnt. Vor nicht allzu langer Zeit reduzierte die WHO (Weltgesundheitsorganisation) die empfohlene Tageseinnahme von Zucker auf 6 Teelöffel, was ungefähr 25 Gramm entspricht. Verschiedene Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Volkskrankheiten und dem Zuckerkonsum unserer Gesellschaft auf. Zucker läuft Fett langsam aber sicher den verteufelten Rang des Dick- und Krankmachers ab.

Wie ich meinen Zuckerkonsum zu hinterfragen begann

Anfang 2015 begann ich mich mit dem Thema der gesunden Ernährung auseinanderzusetzen. Damit verbunden informierte ich mich ebenfalls über Zucker. Das Thema interessierte mich besonders, schliesslich wuchs ich mit der Vorstellung auf, Zucker im Mass sei gesund. Zucker als Belohnung für eine gute Leistung, für das Meistern einer Situation, und sei es nur das Dessert nach einer Mahlzeit – das war in mir gespeichert, mein Körper verlangte danach. Das merkte ich jedoch erst, als ich mich auf mich selbst zu achten begann.

Für 40 Tage zuckerfrei

Aufgrund der Resultate meiner Recherche beschloss ich dann, mich für die Fastenzeit 2015 zuckerfrei zu ernähren. Mich motivierte unter anderem die Challenge ‚Projekt: Zuckerfrei‘ von Hannah Frey dazu.
Ich strich also für 40 Tage jeglichen raffinierten Zucker aus meinem Essen. Das hiess Etiketten lesen, viel selber zu kochen und lernen nein zu sagen. Für den festgesetzten Zeitraum funktionierte das gut, denn nach ein paar Tagen wurde es einfacher. Gelegentlich erlaubte ich mir etwas Ersatzsüssstoffe, zum Beispiel Reissirup.
Nahezu jeder schaute mich ungläubig an, wenn ich etwas davon erzählte. Sätze wie ‚Das könnte ich nie‘ vielen oft. Das erschreckte mich doch etwas, aber bevor ich begann mich damit auseinanderzusetzen hätte ich wohl dasselbe gesagt. Ich sage jetzt einfach einmal, dass das Stückchen Schokolade aber auch gar nicht das Schlimmste an der ganzen Sache ist. Das wird immerhin bewusst konsumiert und (meistens) nicht in rauen Mengen. Aber, Zucker ist einfach überall: In der Erdnussbutter, oftmals im Brot, zugesetzt in Fruchtsäften, Jogurths… Die Liste ist endlos und als Konsument ist man sich dessen gar nicht bewusst. Dazu trägt auch die vielseitige Benennung der Zutat bei. Fructose, Glucose, Rohrrohrzucker, Apfelsaftkonzentrat, Maltodextrin, alles Zucker.

Wieso wird Zucker in Lebensmitteln zugesetzt?

Die Lebensmittelindustrie verwendet Zucker, weil er billig ist und um die Produkte dem Geschmack des Kunden gefallen zu lassen. Dazu gibt es sogar Labors, welche neue Produkte mit unterschiedlichem Zuckergehalt an die Probanden abgeben um zu testen, welche Variante ihnen am besten schmeckt. Von Natur aus mögen wir Süsses, schliesslich war es früher nicht alltäglich verfügbar und dementsprechend wertvoll. Und mittlerweile sind die meisten unter uns den süssen, intensiven Geschmack gewohnt und deshalb mögen wir die leicht gesüssten Produkte lieber.

Das muss man sich erstmal genau überlegen: Mit dem Wissen, das Zucker dem menschlichen Körper keine benötigten Nährstoffe liefert sondern eher schadet, werden Produkte dem Verkauf (resp. Gewinn) wegen damit versetzt. Schon ein harter Brocken und gar nicht mal so sympathisch. Klar kann immer argumentiert werden, dass jede Person selbst dafür verantwortlich ist, was er oder sie zu sich nimmt. Allerdings sind wir uns solchen Dingen oft gar nicht bewusst. Wer liest schon die Zutatenliste eines jeden Produkts in seinem Einkaufskorb genau? Selbst wenn, unter vielen der Fremdbegriffe können wir uns gar nichts vorstellen. Da wäre etwas mehr Verantwortungsgefühl des Staates und der Firmen gegenüber dem Konsument doch angebracht. Diese ziehen sich da natürlich gerne aus der Schlinge; Mir antwortete Nestlé einmal auf eine Frage in einem Tweet, dass es laut ihnen keine ungesunden Lebensmittel gibt – im Mass sei alles gesund. Für mich ein deutliches Abschieben jeglicher Verantwortung.

Photo by Annie Spratt on Unsplash

Die Vorteile durch meinen Zuckerverzicht

Das Auseinandersetzen mit dem Thema half mir wesentlich durch die Fastenzeit. Ein weiterer Punkt war aber auch, wie gut ich mich nach ein paar Wochen zu fühlen begann: Meine Haut wurde viel klarer, ich war nicht mehr so launisch (vielleicht ist das nicht eins zu eins belegbar, aber ich meinte einen Unterschied zu merken) und hatte mehr Energie und Konzentrationsvermögen. Auch die Müdigkeitsphasen direkt nach dem Mittagessen wurden nach und nach schwächer. Eigentlich war das alles Grund genug nie mehr wieder Zucker anzurühren.

Zurück zum Zuckerkonsum, trotz allem gewonnenen Wissen

Aber wie das halt so ist, begann ich nach der Fastenzeit Ausnahmen zu machen. Irgendwann wird die Apfelschorle im Restaurant halt auch etwas langweilig. Zuerst war es nur ein Stück Torte auf der nächsten Geburtstagsfeier, dann ein Caramel Macchiato im Starbucks und im Sommer wollte ich natürlich nicht komplett auf Eis verzichten! Plötzlich war ich wieder mitten drin. Hatten mir die süssen Produkte anfänglich gar nicht mehr geschmeckt, gewöhnte sich mein Geschmackssinn schnell wieder daran. Ich begann wieder, wie vorher Zucker zu essen.

Ständig war ich mir dem Thema bewusst, schliesslich war mir jetzt einiges über die Folgen des Zuckerkonsums bekannt. Damit wusste ich auch, was ich meinem Körper wieder antat.
All die positiven Effekte verflüchtigten sich rasch und die Lust nach Süssem kehrte zurück.
Im letzten Jahr hatte ich nun eine ständige On-Off Beziehung mit Zucker. Ich wollte es eigentlich nicht mehr essen, aber es schmeckt einfach so fein! Im Gegensatz zu tierischen Produkten gilt hier die Ausrede, denn: Ich schade durch den Zuckerkonsum nur mir. Daraus ergibt sich auch, dass meine Motivation nicht gross genug ist, darauf zu verzichten. Aber eigentlich sollte ich mir selbst doch wichtig sein!

Das Ziel: ein langfristiger Zuckerverzicht

Ich versuche aktuell in ein Gleichgewicht zu kommen und deshalb probiere ich es erneut. Ich habe nun einige Vorkehrungen getroffen, um nicht wieder zu scheitern. Weil es mir hilft, habe ich den Zeitraum erstmal bis am 21. Juni gesteckt. In zwei Wochen werden die schlimmsten Momente des Zuckerentzugs vorbei sein – juhuu!
Ich verzichte in der Folge nur auf raffinierte, zugesetzte Zucker. Das heisst, wenn ich etwas backe sind natürliche Süssungsmittel im Mass erlaubt. Zucker welcher vom Körper aus Kohlenhydraten oder Früchten gewonnen werden interessiert mich nicht. Und ich achte nicht frenetisch auf jedes Brötchen und jede Tomatensauce die ich im Restaurant essen mag – alles im gesunden Mass 🙂

Update 2017:

Ich habe es leider nach wie vor nicht geschafft meinen Zuckerkonsum zu reduzieren. Ich versuche zwar, darauf zu achten aber scheitere immer wieder. Zucker macht wirklich richtig süchtig! Schade.

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