Gedanken

Die geteilte Zeit

8. Mai 2016

Es war das Auffahrtswochenende. Mit strahlendem Sonnenschein an einem wunderschönen Ort, mit einer meiner mir liebsten Menschen. Wir sassen auf der Wiese, wo alle sassen und hielten unsere Gesichter in die Sonne. Es fühlte sich unglaublich gut an und trotzdem blieb ein kleiner Teil in mir unruhig. Das Gefühl, Zeit zu verschwenden und viel ‹Nützlicheres› tun zu müssen, ging nie ganz weg.

Da war ich also, gönnte mir die Auszeit, die ich so dringend wollte. Es machte mich unglaublich glücklich, in diesem Moment unter diesen Umständen dort zu sein. Das Gefühl, dass ich aber eigentlich die Zeit besser nutzen könnte um Dinge zu erledigen, störte mich unglaublich. Ich begann darüber nachzudenken.
So bewusst war mir das noch nie aufgefallen. Aber ich stellte fest, dass ich auch oft im Alltag denke, dass ich Zeit verschwende.
Sitze ich am Perron und warte auf meinen Zug, tippe ich noch schnell ein Antwortmail. Einen Film gucke ich selten, ohne ständig auf meinem Handy herumzudrücken. Esse ich, gucke ich oft ein Video, welches ich unbedingt noch sehen wollte. Alles muss so effizient wie möglich gehen. Als könnte ich mir keine zehn Minuten nehmen, um etwas Zeit zu geben, was mich interessiert.
Dabei kann ich mich selten auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren.
Der Druck produktiv zu sein ist immer da und ich verstärke ihn mir durch mein Multitasking noch mehr.

«Lebe im Moment» ist ein leerer Satz geworden. Es fällt mir schwer, mich komplett auf eine ruhige Minute zu fokussieren. Wenn ich Bilder bearbeite, schweife ich oft ab und erwische mich ein paar Minuten später selbst dabei, wie ich einen uninteressanten Newsartikel am lesen bin. Meine Gedanken sind immer schon beim nächsten und es fühlt sich an, als könnte ich sie nicht stoppen.

Das führt dazu, dass ich Momente wie jener an der Neckarwiese in Heidelberg nicht im Vollen ausschöpfen kann. Es fühlt sich wie verschwendete Zeit an, obwohl mir bewusst ist, dass es das niemals ist. Schliesslich nimmt sich ein lieber Mensch die Zeit, mit mir dort zu sein und den Moment zu geniessen. Das ist ein Geschenk.

Ich möchte, dass dieser Zwiespalt meiner Gedanken aufhört. Ich will meine Zeit produktiv nutzen und geniessen können. Deshalb habe ich mir einige Dinge überlegt, die mir dazu helfen sollen.

3 Punkte To-Do Liste

Als erstes werde ich ab nun jeden Morgen meine To Do Liste schreiben. Auf diese kommen immer die drei wichtigsten, machbaren Aufgaben. Schaffe ich einen Punkt nicht, wird er am nächsten Tag wieder aufgeschrieben. Das soll mir helfen, auch einmal das Gefühl zu bekommen, etwas abgeschlossen zu haben. Von dieser Methode habe ich unter anderem schon auf Medium gelesen.

15 Minuten Zeit

Dann werde ich mir ab morgen jeden Tag eine Viertelstunde Zeit einplanen, wo ich entspanne. Das heisst, ich gebe mir die Zeit zu lesen, einen Spaziergang zu machen oder ähnliches.

No Multitasking

Weiter versuche ich ab jetzt mehr im Moment zu leben. Essen ist nicht langweilig! Deshalb widme ich dem meine volle Aufmerksamkeit oder teile diese mit anderen. Der Versuch, kein Multitasking mehr zu machen wird wahrscheinlich schwierig, da dies ein grosser Bestandteil meines Alltags ist. Die Konzentration auf das, was ich gerade mache ist jedoch wichtig, damit ich auch eine längere Konzentrationsspanne aufbauen kann.

Yoga

Ich besuche keinen Yogakurs, wie bereits in diesem Text beschrieben. Das werde ich zwar in absehbarer Zeit versuchen zu ändern. Bis dann will ich lernen, Yoga in meinen Alltag zu integrieren. Jeden Tag ein paar Minuten zu investieren wird mir körperlich und geistig viel bringen.

Wisst ihr, am Ende der Überlegungen habe ich mich auf der Wiese hingelegt und eine Stunde geschlafen. Weil wir es konnten und weils einfach gepasst hat!

Ich freue mich über weitere Tipps und Inputs!

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