Gedanken Slow Living

Das Stress-Dilemma

19. Mai 2016

Der Stress gehört wahrscheinlich zum Alltag von fast jedem. Viele Aufgaben gilt es professionell zu bewältigen, dabei freundlich und positiv zu bleiben und pünktlich abzuschliessen. Wenn ich mich im Umfeld meiner Freunde umhöre merke ich, dass das eigentlich jeden beschäftigt. Wir wollen uns beweisen, zeigen was wir können. Das es dabei manchmal auch echt hart ist, sich durchzubeissen erzählen wir nur unseren Liebsten. Schliesslich bringt es nichts das nach aussen zu tragen. Niemand würde je vor seinem potentiellen Arbeitgeber sagen, er sei nicht stressresistent. Das wäre bestimmt nicht gerade förderlich für die Bewerbung.

Ich kann mit vielen Aufgaben gleichzeitig umgehen. Aber sobald zu diesen auch noch Stress und Druck zu performen dazu kommt, wird es schwierig. So, dass ich manchmal nicht mehr weiss, wie ich mich selbst wieder auf ruhigen Boden bringen kann. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist es hart, sich das einzugestehen.
Versteht mich nicht falsch: Bis zu einem gewissen Punkt kann ich das ohne Probleme. Sobald sich aber die Aufgaben häufen, ich alles perfekt machen will und kein Ende mehr sehe, wird es mir zu viel. Passend dazu: Wie einem Perfektionismus im Wege stehen kann
Wie jetzt: Mein Terminkalender ist zum bersten voll. Es stehen wichtige Aufgaben und Aufträge an. Währenddessen diese in hohem Tempo immer näher rücken, sind ältere Projekte noch immer nicht abgearbeitet. Sitzen mir sozusagen im Nacken, machen mir zusätzlichen Druck.

Eine Weile kann ich den Zustand jeweils überspielen: Auch ich zeige im Alltag kaum wenn ich zu sehr gestresst bin. Mit etwas Mühe versuche ich meine Pausen produktiv zu nutzen und verplane jede Minute des restlichen Tages in To-Do Listen. Aber dann gibt es den einen entscheidenden Moment. Wo ich die Luft anhalte, keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Ich drohe den Überblick zu verlieren. Weiss nicht mehr, wo ich ansetzen soll. Sehe kein Ende mehr.
Und dann beginnt ein Teufelskreis: Ich will immer noch meine beste Leistung erbringen, also gönne ich mir keine Pausen mehr. Reine Zeitverschwendung. Ich arbeite länger, gehe später schlafen. Bin am Morgen nicht ausgeruht, worunter meine Konzentration leidet. Worauf ich länger brauche um Tasks abzuschliessen. Das steigert sich immer weiter, bis zum Tränenausbruch.

Diese Phase der Verzweiflung dauert einen Moment. Und danach habe ich wieder einen etwas kühleren Kopf und weiss: Ich muss mir mehr Zeit einplanen. Und Prioritäten setzten.
Wenn mir dazu also jemand einen hilfreichen Tipp hat: Ich nehme diesen gerne an.

 

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