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Wissenswertes über die Haselnuss

1. Oktober 2016

Diese Woche stolperte ich auf dem Rückweg vom Mittagessen über ein paar Nüsse. Sie waren noch in grünen Blätter verpackt aber kamen mir bekannt vor. Neugierig lass ich einige auf und recherchierte kurz. Spätestens dann, als ich eine Nuss knackte und hineinbiss war meine Vermutung bestätigt: Es handelte sich wirklich um Haselnüsse!

Ja, ihr dürft mich nun auslachen. Aber ich hatte echt nicht mehr auf dem Schirm, dass Haselnüsse tatsächlich bei uns wachsen! Und dabei haben wir Zuhause sogar einen kleinen Strauch im Garten…
Meine Begeisterung war entsprechend riesig. Haselnüsse sind im Handel richtig teuer und da liegen sie einfach so auf der Strasse. Ich habe mich gleichmal daran gemacht, mein Säckli zu füllen 🙂 Doch nicht nur, dass da Essen vor unserer Haustür liegt (wuawuawoaa). Im Zuge meiner Recherche habe ich mega spannendes erfahren was ich gerne hier wiedergeben möchte.

Wissenswertes über die Haselnuss

Die Gemeine Hasel

Die Haselnuss kommt vom Haselstrauch, welche «Gemeine Hasel» genannt wird. Sie gehört zu der Familie der Birkengewächse und wird durchschnittlich fünf Meter hoch, kann aber auch mal zu einem zehn Meter hohen Baum auswachsen. Dabei wird ein Haselstrauch zwischen achtzig und hundert Jahre alt.
An jedem Baum befinden sich weibliche und männliche Blüten. Im Frühling blühen diese aber nicht: Die männlichen Blüten bilden längliche, herunterhängende Zotteln und die weiblichen kleine Knospen.

Wissenswertes über die Haselnuss

Die Blätter

Die Haselnuss

Die Haselnuss ist ein Schalenobst und eine echte Nuss! Nur Nüsse, welche von einer verholzten Schale umgeben sind, sind echte Nüsse. Mandeln zum Beispiel sind keine echte Nüsse.

Weil sie so viele pflanzliche Fette enthält ist die Haselnuss sehr kalorienintensiv. Hundert Gramm enthalten fast 650 Kalorien!
Sie hat einen ungefähren Fettgehalt von 61% (ungesättigte Fettsäuren), ein paar Prozent Kohlenhydrate und einen Eiweissanteil von 14%. Weiter ist sie eine gute Quelle für Vitamin A, B, C, E und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Eisen und Phosphor. Und dann hats da noch einige Ballaststoffe.

Wissenswertes über die Haselnuss

Was enthält die Haselnuss zu welchen Teilen?

Es gibt verschiedene Sorten der Haselnuss, darunter zwei Obergruppen. Einerseits die Lambert-, andererseits die Zellernüsse. Je nach Anbaugebiet eignet sich die eine besser als die andere, so ist auch ihre Erntezeit unterschiedlich.

Die Geschichte der Haselnuss und ihre Bedeutung

In alten chinesischen Aufzeichnungen taucht die Haselnuss bereits fast dreitausend Jahre vor Christus auf. Sie war den Kelten, Römern und den alten Germanen sehr bekannt.

Durch ihren hohen Nährstoffgehalt und grosse Verteilung in Europa sind sie über lange Zeit hinweg eine wichtige Nahrungsmittelquelle gewesen. Sie erlangten grosse Bedeutung in der Ernährung und Kultur der Menschen. Ihren Ursprung scheint die Hasel in der Türkei zu haben.
Die Hasel steht für Fruchtbarkeit, Zeugungskraft, Wissen und Unsterblichkeit.

Bei den Kelten war sie eine heilige Pflanze, die als Hecken vor den bösen Geistern und Hexen schützte.
Während der Christianisierung wurde die Hasel als Sinnbild für Wolllust und Sexualität verteufelt und ihrer wichtigen Stellung beraubt. Wurde eine Frau unverheiratet schwanger war sie «hinter der Hasel gewesen» und Sprichwörter wie «Wenn es im Herbst viele Haselnüsse gibt, gibt es im kommenden Jahr viele Kinder» entstanden.
Etwas was ich auch sehr spannend fand: «Die in vielen Gegenden übliche Sitte, seiner Liebsten am 1. Mai ein Birkenbäumchen vor das Fenster zu stellen, wurde durch das Setzen eines Haselstrauches abgewandelt und das betreffende Mädchen dem Spott übergeben.»
In einem anderen Zeitalter war es Brauch, frisch verheiratete Hochzeitspaare nach der Trauung mit Haselnüssen zu bewerfen.
Im römischen Reich hingegen wurde die Hasel als Friedenszeichen getragen. Verhandelnde bei Kriegsfällen trugen einen offensichtlichen Haselzweig bei sich um ihre guten Absichten zu zeigen.

Der Hasel und ihrer Nuss werden einige wichtige Heilkräfte zugesprochen, darunter unter anderem eine aphrodisierende Wirkung und das Bringen von Weisheit.

Aus germanischen Zeiten ist überliefert, dass die Haselsträuche so wertvoll waren, dass sie nicht gefällt werden durften. Besuchern war es nur erlaubt eine Handvoll Nüsse zu pflücken! Jeder hatte eine Hasel im Garten und das nicht nur wegen der Nahrung. Ihr wird nachgesagt, Energieströme zu leiten: Dadurch dient sie als idealer, natürlicher Blitzableiter und stand neben nahezu jedem Haus. Auch heute werden noch Wünschelruten aus dem Holz der Hasel hergestellt!

Wissenswertes über die Haselnuss

Heutige Herkunft

Heute kommen bis zu 90% der im Handel erhältlichen Haselnüsse aus der Türkei. In Spitzenjahren exportiert das Land bis zu 800’000 Tonnen davon!
Einen zusätzlichen Anteil an die im Supermarkt erhältlichen Haselnüsse liefern Italien, Griechenland, Spanien und die USA. Je nach Anbaugebiet wird von Juli bis Ende September von Hand geerntet. Dadurch bleiben sie auch so teuer!

Die exportierte Art ist meistens die Lambertnuss, sie sei etwas süsser als unsere hiesige Variante.

Sammeln und haltbar machen

Wissenswertes über die Haselnuss

Die im Supermarkt gekauften Haselnüsse halten sich nicht so lange, sie werden rasch ranzig da sie bereits aus ihrer Schale befreit worden sind. Dann kann nämlich das enthaltene Öl langsam austreten.
Die optimale Zeit um Haselnüsse zu sammeln ist jetzt: Ende September und Anfang Oktober liegen die Nüsse auf dem Boden. Die noch an den Ästen hängenden Nüsse sollte man sein lassen, da sie noch nicht reif sind.

Nach dem Sammeln müssen die Nüsse aussortiert werden: Alle Schalen, die Löcher, Bruchstellen oder Risse aufweisen sollten entsorgt werden, da sich an dieser Stelle Schimmel bilden kann. Dann werden die Nüsse getrocknet: Dazu müssen sie in einem luftdurchlässigen Sack oder Gefäss gelagert. Sie sollten möglichst einzeln liegen und ab und zu gewendet werden. Bis sie trocken sind dauert es etwa vier bis sechs Wochen. Da habe ich ja noch einiges vor…
In der Schale, an einem trockenen und kühlen Ort gelagert, hält sich die Haselnuss bis zu einem Jahr. Mit der Zeit entweichen aber auch der Haselnuss in der Schale die Fette und sie vertrocknet etwas. Deshalb klappert eine frische Haselnuss nie in der Schale. Zudem sollte der Kern eine helle Farbe aufweisen. Je gelber die Nuss, desto älter ist sie.

Das heisst, ich muss die Nüsse trocken und im dunkeln lagern und sie immer erst vor dem Gebrauch aus der Schale nehmen.

Das war alles – ich finde diese Fakten so spannend! Wie geht es euch dabei? 🙂 

Quellen:
Haselnussanbau-verein.de
lebensmittel-warenkunde.de
Ernährungsstudio von Néstle
Jahreskreis.at
Native-plants.de

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2 Comments

  • Reply Michael Eugster 3. Oktober 2016 at 5:21

    Hach, gerade am Samstag einige Haselnüsse aufgesammelt. 🙂 Schön, dass du sie auch wieder für dich entdeckt hast. Für mich sind das Kindheitserinnerungen pur.

    • Reply Pascale 3. Oktober 2016 at 11:00

      Lieber Michael
      Herzlichen Dank für deinen Kommentar! Ja, momentan liegen sie zuhaufen auf den Trottoirs, da lohnt es sich doch einige aufzuheben 🙂

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