Gedanken Unterwegs

Das ewig kurze Wochenende

20. Juni 2016

Meine Mama wurde Ende Mai fünfzig Jahre alt. Ich fand den Anlass perfekt, eine kleine Reise zu zweit zu planen und buchte Flüge nach Venedig. Das Reiseziel hatte ich ganz (un)auffällig erfragt. Ups.

Die letzten paar Wochen war geprägt von vielen To Do’s und wenig Schlaf. So fieberte ich auf das Wochenende hin. Montag hatte ich frei. Am Freitagabend war alles fertig, ready, ab in die Entspannung! Es fühlte sich gut an, mit allem Nötigem im Zug nach Genf zu sitzen. Wir waren viel zu früh am Flughafen und warteten geduldig. Unser Flug hatte Verspätung, wir warteten noch länger und landeten kurz vor Mitternacht. Die Reise zum Hostel war lange aber einfach.

In den nächsten beiden Tagen besuchten wir die verschiedensten Sehenswürdigkeiten, durchquerten Venedig von oben nach unten, links nach rechts. Hin und wieder zurück. Insgesamt legten wir (laut Apples Health App) 55 Kilometer zurück. Was für eine Strecke.

Wir plauderten, lachten, assen. Hatten es schön. Ein bisschen Wärme im Bauch. Momente für ein neues Marmeladenglas. Immer wieder, ganze Regale voller Gläser.

Ich genoss das Gefühl der Sonne im Gesicht, liebte meine Sonnenbrille auf der Nase und nahm den Geruch des Meerwassers in mich auf.

Die Zeit flog, wir durchwanderten die Stadt. Sahen an jeder Ecke etwas Neues, erkannten Stellen irgendwann wieder und verliefen uns trotzdem.

Manchmal, da war eine Träne. Vor Glück. Liess mich den Moment besser fassen, ihn begreifen, anerkennen.

Die Zeit dehnte sich. Wir schliefen am Mittag, einfach weil wir müde waren. Sassen in Cafes, nippten am Espresso, schleckten an einer Glace. Fuhren stundenlang Schiff und sahen dabei den Wolken zu.

Es ist Montagabend, wir sitzen am Flughafen und ich schreibe diesen Text. Um die Wärme im Bauch und Herzen zu speichern. Das Gefühl niederschreiben um es wieder in Erinnerung rufen zu können. Ich bin müde, erschöpft. Habe das Gefühl ich sei ewig und doch nur kurz weg gewesen. Freue mich auch auf Zuhause.

Ich bin so dankbar für alles, was ich erleben kann. Für meine Familie, für jeden einzelnen Mensch in meinem Leben.

Die Wärme in Italien hat sich auf mich übertragen.

 

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